Wer hat Angst vor Virginia Woolf? | Deutsches Theater Berlin | 02.02.2010

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Angst haben sie alle, und sie machen einander Angst, schlagen um sich, rücksichtslos auch gegen sich selber. Martha, 52, temperamentvolle Frau, Tochter des Rektors. George, 46, Marthas Mann, Dozent für Geschichte.
Sie kehren heim von Papas Party. Viel Alkohol und dann – späte Gäste.
Nick, 30, blond, durchtrainiert, gut aussehend, Biologe, Neuling auf dem Campus. Honey, 26, zierlich, blond, Nicks Frau. Es beginnt ein gnadenloser Kampf, ein Krieg mit kleinen Triumphen und großen Niederlagen.
Vier grandios verzweifelte, erbärmliche, absurde Helden in einer grandios verkorksten Nacht.
Wer hat Angst vor dem American Way of Life?
In Edward Albees Abrechnung ist das westliche Leben wahrhaft furchterregend.

Dienstag 02.02.2010 21:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Gregor Gysi trifft Emine Sevgi Özdamar | Deutsches Theater Berlin | 07.02.2010

Gregor Gysi trifft Emine Sevgi Özdamar

Sonntag 07.02.2010 11:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Öl | Deutsches Theater Berlin | Februar 2010

„Bäume. Steppe. Mücken. Kein Öl.“
Auf ihrer Suche nach Erdöl sind Herbert Kahmer, seine Ehefrau Eva und sein Geschäftspartner Edgar Bron in ein Land gekommen, in dem niemand mehr Öl vermutet und aus dem sich die großen Gesellschaften längst zurückgezogen haben. Während die beiden Männer in entlegenen Gebieten im Norden nach dem ersehnten Rohstoff bohren, wartet Eva in der Provinzhauptstadt auf sie. Sie hat sich in den letzten Winkel ihres Hauses zurückgezogen, geht niemals nach draußen, trinkt und verfällt auf seltsame Gedanken. Gomua, die tadellos deutsch sprechende einheimische Bedienstete der Kahmers, ist Evas einziger Kontakt mit dem fremden Land, schweigsam erträgt sie Evas egomane Wortkaskaden und knappe Befehle.

Als eines Tages eine junge Frau auftaucht, sich als Bekannte Evas ausgibt und an deren Vernunft und Autonomie appelliert, zudem die Männer auf den lang erhofften Ölfund stoßen, zeichnet sich eine Katastrophe am Horizont ab.

Lukas Bärfuss, dessen Ruanda-Roman „Hundert Tage“ preisgekrönt ist, hat zum wiederholten Mal über die Profitgier, Schuld und die Neurosen der Europäer geschrieben, die auf unheilvolle Weise in die Geschicke der Welt verstrickt sind. Stephan Kimmig, geboren 1959, hat bereits „Der Bus“ und „Amygdala“ von Lukas Bärfuss uraufgeführt.

Samstag 13.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Sonntag 14.02.2010 17:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Donnerstag 18.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Kaminski on Air ‘Walküre’ | Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele | 13.02.2010

Siegmund, Wotans Sohn, sucht Zuflucht in einer Hütte. Sieglinde sorgt sich um den Fremden. Von seiner Erzählung fasziniert, glaubt sie in ihm ihren Zwillingsbruder zu erkennen und fühlt sich liebend zu ihm hingezogen. Sie weist ihm ein Schwert, das ein einäugiger Wanderer, einzig einem Helden bestimmt, durch die Weltesche trieb.
Zaglos gewinnt Siegmund das Schwert, die liebenden Geschwister verschmelzen.
Alles läuft nach Wotans Plan; in Siegmund liegt Hoffnung: Als Menschenkind, frei von göttlichen Zwängen, soll er vollbringen, was der Gott nicht darf: den RING der Macht zurückerobern.
Doch Wotans Frau Fricka, Hüterin der Ehe, besteht auf Siegmunds Vernichtung: Wann ward es erlebt, dass leibliche Geschwister sich liebten und Ehe so geschändet wurde? Im Kampf mit Sieglindes Mann Hunding soll Siegmund fallen.
Wotan kapituliert und erteilt seiner Lieblingswalküre Brünnhilde den Befehl, Siegmund nicht weiter im Kampfe zu schützen. Doch diese handelt gegen den Willen Wotans. Die göttliche Strafe wiegt schwer. Das Liebesdrama. Der Traum von Freiheit. Die Ernüchterung im Drang, sie zu erlangen.

Samstag 13.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele

Othello | Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele | Februar 2010

„Hier ist, der mal Othello war: Ich bins.“?

Othello ist ein geachteter und erfolgreicher General der venezianischen Armee. Sein Status scheint unantastbar und steht doch in Diskrepanz zu seiner dunklen Hautfarbe, die ihn zum „Fremden“ macht, auch zum Ziel von Verhöhnung und Ablehnung. Heimlich heiratet Othello die junge Desdemona, die sich mit ihrer Entscheidung für diese Liebe gegen ihren Vater stellt.

Othellos Fähnrich Jago, erzürnt darüber, dass der Leutnant Cassio ihm bei einer Beförderung vorgezogen wurde und getrieben von Hass und Machtwillen, spinnt eine tödliche Intrige: Er überzeugt Othello davon, dass Desdemona ihn mit Cassio betrügt. Außer sich vor Eifersucht und dem Gefühl, getäuscht worden zu sein, tötet Othello Desdemona und als ihre Unschuld ans Licht kommt, sich selbst.

Jette Steckel, Nachwuchsregisseurin des Jahres 2007, begibt sich mit ihrer Inszenierung auf die Suche nach dem Fremden, dem Monstrum, dem Tier, dem Feind, dem Mann, der Frau und dem Kind, die sich in der Figur des Othello vereinen. Othellos Geschichte konfrontiert uns mit der Frage nach den Bildern von Identität und deren Zerstörbarkeit.

Dienstag 09.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Mittwoch 10.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Freitag 19.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele

Kabale und Liebe | Deutsches Theater Berlin | Februar 2010

Liebe und Zweifel, Intrige und Tod –

Schiller hat mit nur 23 Jahren die Tragödie einer absoluten Liebe zweier junger Menschen geschrieben, die an der Ignoranz der Väter scheitert und als Anklage einer zynischen Gesellschaftsordnung verstanden werden kann. Luise Millerin, ein einfaches Bürgermädchen, liebt Ferdinan von Walter, den Sohn des Präsidenten. Und er liebt sie.
Ihre Liebe gerät ins Schussfeld unterschiedlichster Interessen, alles scheint sich gegen die Zwei verschworen zu haben. Intrigen werden gesponnen, Hochzeiten beschlossen, Briefe erzwungen. Luise und Ferdinand, im festen Glauben an das Überleben ihrer Liebe, werden getrieben – in den Zwiespalt, die Lüge, den Widerstand und schließlich bis zum Äußersten.
Schiller rechnet in ‚Kabale und Liebe‘ zugleich mit seiner Vätergeneration und dem Absolutismus ab. Heute, da Standesunterschiede keine bedeutende Rolle mehr spielen, ist das Thema der Ab- und Ausgrenzung ganzer gesellschaftlicher Gruppen von zunehmender Brisanz.
Wenn sich Machtkonstellationen verstärkt der Kenntlichkeit entziehen, kulturelle Codes nicht eindeutig lesbar sind, fragt sich der Einzelne: Wer bin ich? Wo stehe ich? Was bin ich wert?

Freitag 05.02.2010 19:30 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Samstag 06.02.2010 19:30 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Donnerstag 11.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Dienstag 23.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Sein oder Nichtsein | Deutsches Theater Berlin | 19.02.2010

January 30, 2010 von Berliner Kulturredaktion  
Filed under Theater

Sein oder Nichtsein - Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel

Posen, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Am Stadttheater laufen die Proben zur Komödie ‚Gestapo‘, abends steht ‚Hamlet‘ auf dem Programm.
Josef Tura, nach eigener Überzeugung erster Schauspieler des Hauses, ahnt nicht, dass der junge Offizier, der während seines Sein-oder-Nichtsein-Monologs den Zuschauerraum verlässt, sich in der Garderobe mit Turas Frau Maria trifft.
Dann verbietet Polens Regierung die ‚Gestapo‘-Premiere aus Furcht Hitler zu verunglimpfen, bald darauf marschieren die Deutschen ein. Tura entdeckt den schlafenden Offizier in seinem, Turas, Bett.
Er stellt ihn und Maria zur Rede. Der Offizier entpuppt sich als Widerstandskämpfer, gerade von der polnischen Exilregierung aus London zurückgekommen. Er berichtet, ein Agent sei unterwegs, um den örtlichen Untergrund auffliegen zu lassen. Tura verwandelt sich in einen Gestapo-Offizier, um an die Unterlagen des Verräters zu kommen – der Einstieg in ein wahnwitziges Spiel um Leben und Tod, in dem grandiose Komik und abgrundtiefes Entsetzen kaum voneinander zu trennen sind.

Ernst Lubitsch drehte ‚Sein oder Nichtsein‘ 1942 im amerikanischen Exil. Die Vorlage lieferte ihm ein enger Freund, der ungarische Dramatiker, Journalist und Kritiker Melchior Lengyel. Nach Erscheinen des Films musste sich Lubitsch zunächst gegen Vorwürfe verteidigen, er mache sich lustig über die Leiden der Polen. Erst nach seinem Tod 1947 avancierte der Film zum Klassiker.
Rafael Sanchez leitet seit der Spielzeit 2008/09 gemeinsam mit Barbara Weber das Theater Neumarkt in Zürich.

Freitag 19.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Der Menschenfeind | Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele | Februar 2010

Molières - Menschenfein

Alceste verachtet die ihn umgebende Gesellschaft für ihre Heuchelei und Oberflächlichkeit. Sein Ideal ist die unbedingte Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Fanatisch versucht er, sein Umfeld zu bekehren.
Alcestes Weigerung, sich den gesellschaftlichen Spielregeln anzupassen und sich diplomatisch zu verhalten, führt zu bitteren Erfahrungen.
Da er den Dichter Oronte nicht lobt, sondern unerbittlich kritisiert, macht er sich diesen zum Feind. Da er es ablehnt, die Richter zu bestechen, verliert er den von Oronte angestrebten Prozess.
Die gut gemeinten Ratschläge seines treuen Freundes Philinte schlägt er in den Wind.
Die schwerste Niederlage erfährt Alceste aber in der Liebe: Die von ihm umworbene lebenslustige Célimène lehnt es trotz ihrer Zuneigung zu Alceste ab, zusammen mit ihm die Einsamkeit zu suchen und das Alleinsein mit einem mürrischen Menschenverächter gegen das reizvolle Spiel wechselnder Flirts einzutauschen.
Ob Alceste die von ihm ständig angekündigte Weltflucht am Ende allein antritt, bleibt offen.

Molières tragisch-komischer Titelheld verkörpert das Dilemma eines Idealisten, der an der Wirklichkeit leidet und sie ändern will. In einer zutiefst verlogenen Gesellschaft ist er derjenige, der immer die Wahrheit sagt.
Seine Selbstgerechtigkeit und der Fundamentalismus, mit der er seine Überzeugungen zum Ausdruck bringt, treiben ihn allerdings in eine Isolation, aus der heraus Veränderung nicht möglich ist.

Freitag 05.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Dienstag 23.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Mittwoch 24.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Donnerstag 25.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele

Die heilige Johanna der Schlachthöfe | Deutsches Theater Berlin | Februar 2010

„Dann will ich aber wissen, wer an all dem schuld ist.“
Johanna Dark glaubt an das Gute in jedem einzelnen Menschen und lebt ganz für den Kampf gegen die Armut und Ungerechtigkeit in der Welt. Als ihr der charismatische Chicagoer Fleischkönig Mauler begegnet, nimmt sie sich vor, seine Seele zu erwecken. Mauler, der den Fleischmarkt manipuliert hat, um in einem Börsenmanöver Millionen zu gewinnen, findet Gefallen an dieser Überzeugungstäterin, beschließt aber gleichzeitig, die junge Frau für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Johanna wird zwischen den Fronten der Arbeiter und der Kapitalisten zerrieben, erst zum Schluss ihres Lebens erkennt sie, dass nur Gewalt hilft, wo Gewalt herrscht – und kein Gott.

In dem 1929/30 entstandenen Schauspiel hat Bertolt Brecht die Vorgänge der Weltwirtschaftskrise verarbeitet, wobei ihm Friedrich Schillers ‚Die Jungfrau von Orléans’ als Folie und Reibungsfläche diente.
Nicolas Stemann, geboren 1968 und bekannt für seine radikal verspielten, musikalischen Inszenierungen von Elfriede Jelineks Texten, wird sich mit Brechts Stück den Themen des Kapitalismus, seiner Krisen und seiner regenerativen Kraft sowie des Widerstands gegen denselben annehmen.
Seine Inszenierung von Friedrich Schillers ‚Die Räuber’ am Thalia Theater Hamburg wurde zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen.

Mittwoch 10.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin
Freitag 12.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin

Woyzeck | Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele | Februar 2010

Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan Konzept von Robert Wilson Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens „
Was der Mond roth auf geht.“ „Wie ein blutig Eisen.“
Woyzeck ist einfacher Stadtsoldat. Und er liebt Marie.
Damit sie und das gemeinsame Kind überleben, verdient er sich etwas dazu, rasiert seinen Hauptmann und unterwirft sich den medizinischen Experimenten des Doktors. Eine reglementierte und schikanierte Existenz.
Ein Druck lastet auf Woyzeck, so groß, dass man meinen könnte, er schnappe noch über mit seinen Gedanken. Fantasien von Gewalt und Brutalität. Marie trifft den Tambourmajor und für einen Moment blitzt eine Ahnung von einem anderen, sorgloseren Leben in ihr auf. Die Freiheit der Körper im Tanz, die Lust der anderen, die eigene Erniedrigung und die Einsamkeit: Nun ist es zuviel. Woyzeck ersticht Marie.

Das Woyzeck-Fragment Georg Büchners (1813–1837) ist das erste Drama deutscher Sprache, das einen Angehörigen der untersten sozialen Schicht ins Zentrum stellt. Kongenial fügen die Songs des amerikanischen Sängers und Komponisten Tom Waits und seiner Frau Kathleen Brennan dem Büchnerschen Text eine musikalische Ebene hinzu, die auf ganz andere Weise von den Verletzungen, Schmerzen und Sehnsüchten der Figuren erzählt, sie ergänzt, umspielt und ihr Innerstes nach außen kehrt.

Jorinde Dröse arbeitete u.a. am Münchner Volkstheater, am Schauspielhaus Bochum und am Thalia Theater Hamburg.

Montag 15.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Sonntag 21.02.2010 16:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
Sonntag 21.02.2010 20:00 Uhr : Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele

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